„Für mich ist das Vertrauen sehr wichtig.“ So beginnt Jule, unsere jüngste Tochter, ihren Text, den ich hier veröffentlichen darf.

Und ich gebe ihr recht! Vertrauen ist – wie die bedingungslose Liebe – das wichtigste, was ich unseren Kids geben kann.

Vertrauen ist für alle handlungsorientiert und greifbar.

In vielen kleinen und großen Momenten des Miteinanders wird es aufs Neue gefordert. Ein „Ich vertraue dir“ kommt mir dabei eher über die Lippen als ein „Ich liebe dich“.

Meine Erfahrung zeigt, dass mein Vertrauen in mein Kind eine unendliche Kraft in ihm freisetzen kann und ich fühle dabei zusehends Dankbarkeit.

Jette, unsere große Tochter, sagte mir, dass sie nie folgendes gehört hat: „Pass auf“, „Das ist zu gefährlich“oder „Nein, lass das, das kannst du nicht“. Ihr wurde bei unserem Gespräch bewusst, dass ich sie immer ermutigt und ihr damit Vertrauen geschenkt habe. In Vertrauen steckt das Wort trauen und das – sagt sie – das tut sie, immer wieder. Ihr Selbstvertrauen macht sie mutig.

Julius, unser jüngster Sohn meinte, ohne sein Vertrauen könnte er doch gar nicht Fußball spielen und vor allem befreundet sein. Wie sollte das denn gehen? Recht hat er, ein Team und eine Freundschaft funktioniert ohne Vertrauen nicht – Liebe spielt dabei keine Rolle.

Vertrauen ist also das, was uns durch unser gesamtes Leben trägt. Ich vertraue meinen Kollegen, ohne sie lieben zu müssen. Ich vertraue meinem Postboten, der meine Briefe ungeöffnet abliefert und meinem Metzger, der mir eine gute Fleischqualität verkauft.

Ein Kind, das von oben in die offenen Arme seines Vaters springt und sicher gefangen wird, beschert beiden ein großes Glücksgefühl; probier es aus. Oder versuche das mal: Bitte eine Vertrauensperson sich hinter dich zu stellen. Breite deine Arme aus, schließe die Augen und lass dich nach hinten fallen – das Vertrauen wird dich auffangen und ihr werdet beide eine tiefe Dankbarkeit spüren.

Glückliches Vertrauen – schau:

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