Positives Feedback verstärkt und motiviert ungemein. Dafür habe ich die Sternchenliste eingeführt. Jeden Abend beim Abendbrot wird die Liste gezückt. Alle Kids sagen reihum, welchen Moment des Glückes sie heute für sich erleben durften. Das können das entspannte Spielen mit der Freundin sein oder die Hausaufgaben, die besonders leicht gemacht wurden. Auch flottes Aufstehen am Morgen oder ein in tiefer Konzentration gemaltes Bild bekommen ein Sternchen. Es geht darum, die Stärken zu betonen und damit die Begeisterung für sein Tun bewusst zu machen. Das ist der Grundstein für die lebenslange Eigenmotivation. Es geht nicht um Belohnung oder Bestrafung.

Hier sind die Regeln dazu:
• Besprich mit allen diese neue Idee und schlage eventuell eine Probezeit vor.
• Du bist SternenmeisterIn und malst die Sterne – es ist deine Liste. Übrigens: Ich male auch schon mal eine Sonne, einen Mond oder eine Sternschnuppe für ganz besondere Momente!
• Versuche, das Besondere jedes Einzelnen zu sehen, seine Stärken und seinen Mut sowie die Begeisterung für Neues. Daher bitte nicht alle gleich bewerten, aber doch schauen, dass alle annähernd die gleiche Anzahl Sterne haben.
• Ich empfehle, 1-3 Sterne pro Tag zu vergeben.
• Wenn du ein Einzelkind hast, beziehe dich selbst mit in die Sternchenliste ein. Lass dich von deinem Kind gern beraten, wofür du einen Stern bekommen darfst.

Für 50 Sternchen gibt es eine Überraschung.

Die Überraschung kann ein kleines Geschenk sein. Schenke gerne einen Gutschein für Qualitytime (Kinobesuch, Spieleabend oder Schwimmen). Es soll eine nicht alltägliche Aufmerksamkeit sein. In der Regel schaffen die Kids die 50 Sternchen in 3-4 Wochen.

Tipp: Um es spannend zu machen, habe ich 4 Schuhkartons genommen und bestücke diese mit unterschiedlichen Dingen.

Bitte verzichte auf jegliche Wenn-Dann-Sätze im Laufe des Tages. Im Vordergrund steht das reine positive Feedback als Tagesabschluss. Die Liste ist erst am Abend Thema und wird nicht als Handels- und Druckmittel im Tagesgeschäft gebraucht.

Prof. Gerald Hüther zeigt auf, wie sich Belohnung und Bestrafung auf das Berufsleben auswirken: