Seit die Kinder da sind, ist dieses Fest für uns noch mehr zu einem sehr besonderen geworden. Da ich gern gut vorbereitet bin, habe ich meist schon im Oktober mit den Planungen begonnen. Mit den Jahren sind einige Dinge weggefallen und dafür ein paar dazu gekommen.

Kindergarten- und Schulkinder können schon sehr klar formulieren, was sie sich wünschen. Der klassische Wunschzettel ist als Planungsgrundlage immer noch der Beste. Gern kann er mit Bildern aus den Werbeblättern versehen werden, um ihn besser zu visualisieren oder sogar – nachdem heimlich eine Kopie gemacht wurde – mit einem lieben Brief an den Weihnachtsmann oder das Christkind geschickt werden (Adressen findet man im Internet). Großeltern und die buckelige Verwandtschaft lassen sie damit auch liebevoll mit Ideen versorgen, sodass es keine Enttäuschungen oder böse Überraschungen geben wird. Vielleicht lassen sich auch Schenker zusammenlegen, so dass größere Anschaffungen möglich wären.

Ich kann nur empfehlen, schon sehr früh und sehr konsequent die Anzahl der einzelnen Geschenk zu reduzieren. Es entwickelt sich ansonsten ein Teufelskreis, aus dem kaum mehr ein entringen möglich ist. Eine Zeit lang haben unsere Kinder vor Weihnachten aus ihrem Fundus etwas ausgesucht, was wir dann an Einrichtungen oder Flüchtlinge verschenkt haben. Dadurch konnten sie früh erfahren, dass es auch ein Fest des Gebens ist.

Um einen möglichen Overload am Heiligen Abend zur vermeiden, wäre meine Idee, die Bescherung aufzuteilen und am ersten und/oder zweiten Weihnachtstag weitere Bescherungsmomente einzuführen. Die Wertschätzung der einzelnen Präsente wird dadurch sehr erhöht und die Wahrnehmung gewährleistet.

Auch kann die Zeremonie der Bescherung einen spielerischen Charakter bekommen, in dem um Geschenke gewürfelt wird. Es können dabei eigene Geschenke oder aber für einen anderen ausgewählt werden. Alle schauen zu, wie dann ausgepackt wird. So kann vermieden werden, dass es ein reines wildes Aufreißen wird, das innerhalb von Sekunden verpufft.

Bezüglich des Essens für den Heiligabend habe ich in den ersten Jahren den Klassiker Kartoffelsalat mit Würstchen genommen. Das konnte ich prima entspannt vorbereiten. Die Kids hatten eh wenig Hunger, da sie gleich mit ihren Geschenken spielen und bauen wollten. Später gab es dann noch ein Dessert und eine Käseplatte zum Knabbern. Also alles kein Hexenwerk, da es für die Kids wirklich zur Nebensache wurde.

Und falls der Termindruck zu groß wird und ihr als junge Familie von Eltern zu Schwiegereltern, von Großeltern zu sonstiger Verwandtschaft fahren müsst oder fast überfallen werdet, überlegt bitte, wie es die letzten Jahre war und ob es sich gut anfühlte. Ja, es ist wirklich schön, alle zu treffen. Doch ich durfte erfahren, dass ich mit 4 kleinen Kids nach dem 3. Familienfestjahr die Notbremse gezogen habe. Die Kids waren zudem hochgradig genervt vom gesamten Gedöns. Durch den Zuckerflash mit Keksen und Schokolade kamen noch aufregende Nächte dazu und ich war nach 3 Weihnachtstagen urlaubsreif. Also habe ich gelernt NEIN zu sagen und siehe da, Entspannung tat sich auf allen Fronten aus. Da wurde kurzerhand das Weihnachtsfest um ein paar Tage verlängert – wunderbar.

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